
Ecuador-Die Mitte der Erde
Quito, 11.04.2026
Ecuador ist die spanische Bezeichnung für "Äquator" und dieser zieht sich durch das Land im nordwestlichen Teil Südamerikas. Insgesamt 13 Länder werden von der Äquatorlinie durchzogen.
Dies bringt einige Besonderheiten mit sich und bei mir kamen da Erinnerungen aus dem Erdkundeunterricht auf. Lese weiter für Interessantes zur "Mitte der Erde".




Der Äquator- Breitengrad 0°
Grad 0 ist der Breitengrad, der die Äquatorlinie markiert und somit die Mitte unseres Planeten. Von hier aus orientiert man sich in nördlichen und südlichen Breitengraden. In Ecuador ist dies ein echtes Highlight und bringt so einige Besonderheiten mit sich.
Der Chimborazo- höchster Berg vom Erdmittelpunkt aus gesehen
Bekanntlich ist der Mount Everest der höchste Berg unserer Erde. Doch als ich zum ersten Mal in Ecuador war, lernte ich den Chimborazo kennen- dieser Vulkan liegt sehr nahe dem Äquator und da unser Planet kein exakter Globus ist, sondern die Äquatorwölbung aufweist, ist der Gipfel des Chimborazo der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Punkt!
Die Erde ist hier aufgrund ebendieser Wölbung auch am breitesten!
El Mitad del Mundo- die Mitte der Erde
Ein touristisches Highlight in Quito ist die Ciudad de Mitad del Mundo, die Stadt der Mitte der Erde, ein kulturelles und touristisches Zentrum mit mehreren Museen und dem grossen- 30m hohen, bekannten Monument, das in den 1980ern hier entstand und die Äquatorlinie markieren soll. Mit mittlerweile verbesserter Technologie weiss man heute allerdings, das diese Berechnung nicht ganz stimmte und das Monument sich ca. 240m südlich der eigentlichen Linie befindet.
Museo Intiñan
Ein zweiter touristischer Ort ist das Sonnenmuseum Intiñan, das ich auf dieser Reise kennen lernte. Zunächst ist da eine Art Kuppeltempel, wo man im Lauf des Jahres den Lauf der Sonne wandern sehen kann. Ein Mitarbeiter erzählte uns ausführlich über den Äquator. Hier ist auch ein GPS-Gerät aufgestellt, das den Breitengrad 0 markiert- die echte!
Des weiteren bekommt man eine kurze Tour, während derer ein Einblick in die kulturelle Vielfalt des Landes gegeben wird, da ist u.a. eine "Chosa" ein von indigenen Huaoranis gebautes Haus aus Palmmaterial.
Interessant sind die Experimente, die man dann auf der Äquatorlinie machen darf. Ein Waschbecken mit Abfluss direkt auf der Linie- wird der Stöpsel gezogen, läuft das Wasser nach unten ab. Verstellt man das Waschbecken leicht nördlich oder südlich läuft es in einem Strudelwirbel ab- nördlich gegen den Uhrzeigersinn links herum, südlich rechts herum. Ich konnte es nicht glauben, dass man dies schon mit nur wenig Abstand zur Linie so feststellen kann!
Ein weiteres Experiment: das aufrecht stellen eines Ei auf einem Nagel. Da hier besondere Kräfte wirken, soll es hier leichter fallen. Das Gehen blind auf der Linie hingegen schwerer. Schon sehr spannend, was das alles mit sich bringt.
Sonnenstand mittags: kein Schatten
In Quitos Altstadt wohnend (nur wenige Kilometer südlich der Äquatorlinie) genoss ich immer meine Yogapraxis auf der Dachterrasse und stellte bald fest, dass genau zum Mittag, die Sonne genau über mir steht und ich praktisch keinen Schatten werfe. So tief am Horizont, wie wir den Sonnenstand im Winter in Europa gewohnt sind, kommt die Sonne hier gar nie.
Planten, Geografie und Entdecker
Schon beim Lesen früher der Jules Vernes-Bücher faszinierte es mich immer, wie einem das Wissen um Geografie und Astronomie helfen kann- selbst ohne moderne Hilfsmittel und Technologien sich auf jedem Ort der Erde orten zu können aufgrund des Sonnenstands und der Sterne.
Auf beiden Erdhalbkugeln gleichzeitig
Auf jeden Fall sehr interessant die "Mitte der Erde" zu besuchen, ich habe so einiges neues gelernt und ganz ehrlich, es ist schon ein cooles Gefühl, mit einem Fuss auf der Südhaöbkugel und mit dem anderen auf der Nordhalbkugel zu stehen!
